




Zeitgemäße Landschaftsbilder | Contemporary Landscapes














In meiner aktuellen Serie „Korrespondenzen“ zeige ich kleinformatige Papierarbeiten, in denen ich selbst erlebte Landschaften mit Himmeln aus der Kunstgeschichte und meinem persönlichen Bildarchiv kombiniere. Titel wie „Van Ruisdael in Rheinhessen“ oder „Friedrich in Arboras“ verdeutlichen die dialogische Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Mit dieser künstlerischen Praxis stelle ich mich bewusst in eine Traditionslinie, die unter anderem durch Asger Jorn geprägt wurde: das Weiterdenken, Variieren und Aktualisieren bestehender Kunstwerke. Meine Interventionen hauchen historischen Bildwelten neues Leben ein und verankern sie im Hier und Jetzt.










Typisch für meine Arbeiten sind weite Panoramen mit tiefliegenden Horizonten und spektakulären Wolkenkulissen in dramatischer Beleuchtung. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, dass es sich bei meinen präzisen, realistisch gemalten Landschaftsbildern nicht um Abbilder, sondern um Konstruktionen von Wirklichkeit handelt.
Inspirationsquellen für meine Kunstprojekte finde ich in der europäischen Kunstgeschichte sowie in den Tälern und Hügeln Deutschlands, Frankreichs, Italiens, der Schweiz oder Spaniens. Vor Ort erstellte Skizzen und Aufnahmen bilden mein stetig wachsendes Naturarchiv. Diese Motive überarbeite ich analog und digital, um daraus Grafiken und Gemälde zu entwerfen.
Kunsthistorische Anklänge, unmittelbare Beobachtung der Natur verbinden sich zu einer zeitgemäßen Landschaftsmalerei. Sichtbare Vermessungslinien sind Ausdruck für die technische Vereinnahmung der Landschaft durch den Menschen. Sie verdeutlichen die Kluft zwischen der Schönheit der Natur und ihrer gleichzeitigen Gefährdung.
They are combinations of landscapes I have visited myself with skies and clouds from my own past and such from art history. Titles such as Allgäu meets Corot, Grenoble meets Blechen or Gignac meets Negenborn indicate this.
Actually the idea for this project came up in 2004.
The series consisting of 30 pieces was finally realized between January 2023 and Feburary 2024.
16 x 20 cm each (without frame), paintings, acrylic, mixed media on paper

Dr. Annette Reich, Stellv. Direktorin, Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
. Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung Heike Negenborn. Perspektiven und Kunstpreisverleihung der Ike- und Berthold Roland-Stiftung 2024, Galerie Peter Zimmermann Mannheim, 15.3.2024






















„Die Ausstellung „Perspektiven/Perspectives“ zeigt unter anderem neue Arbeiten aus der Serie „Miniature Landscapes“, die von 2023 bis 2024 entstanden sind und erstmals präsentiert werden. Variantenreich in ihren Ansichten, ihrer Farbigkeit, ihrer Lichtregie, den Himmelsausschnitten und Wolkenformationen sowie der Landschaftsmotivik insgesamt, bestechen die in Acryl auf Papier gemalten Kleinformate (je 16 x 20 cm) durch eine ausdrucksstarke und zugleich sensible Bildsprache. Sie fordern die Wahrnehmung von uns Betrachterinnen und Betrachtern heraus und vermögen ganz unterschiedliche Naturstimmungen hervorzurufen.“
Textauszug aus dem Ankündigungstext von:
„In ihnen verbinden sich selbst gesehene Landschaften mit Himmeln aus der Kunstgeschichte und aus eigenen Arbeiten, Titel wie „Allgäu meets Corot“, „Grenoble meets Blechen“ oder „Gignac meets Negenborn“ weisen darauf hin.“
„Färbungen, Ballungen, Wolkenbänke, sie können es nicht nur mühelos aufnehmen mit Vorgängern wie Camille Corot, Carl Blechen oder John Constable, auf die sie sich mitunter beruft, sondern sie übertreffen sie.“
Textauszüge aus der Rezension Landschaft erinnert und vermessen von Christel Heybrock im Mannheimer Morgen vom 18.03.2024, anlässlich der Ausstellung Heike Negenborn. Perspektiven/Perspectives und Verleihung des Kunstpreises 2024 der Ike- und Berthold Roland-Stiftung in der Galerie Peter Zimmermann Mannheim.
„„Warum nicht bei den Besten lernen?“ fragt die Künstlerin Heike Negenborn. Ihr Lehrmeister ist der Niederländer Jacob van Ruisdael, von dem sie die Anlage ihrer großformatigen Kompositlandschaft mit dem tiefliegenden Horizont unter dem Titel Weiter immer weiter übernimmt. Die Landschaftsmotive und der kolossale Wolkenhimmel sind jedoch heutige Aufnahmen, die sie – von Perspektivlinien durchzogen – im digital-analogen Verfahren bearbeitet und entfärbt, also auf Schwarz-Weiß gestellt hat.“
Auszug aus der Einführung in die Ausstellung Perspektive – Retrospektive. 50 Jahre Kunstpreis der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe von Frau Prof. Dr. Pia Müller-Tamm.

















In der mit dem Pfalzpreis für Bildende Kunst und dem Wilhelm-Morgner-Preis ausgezeichneten Serie monumentaler Überblickslandschaften kombiniere ich Wolken- und Erdfragmente mit perspektivisch aufgefächerten Gitternetzen, die sich in digitale Pixel auflösen und quasi zu Netzlandschaften, zu Netscapes mutieren. Die Überformung der Kulturlandschaft wird durch die Reduktion meiner sonst farbigen Palette auf Schwarzweiß- und Grautöne und durch die Darstellung der Landschaft als Konstrukt untermauert. Deutlich sichtbare Konstruktions- und Perspektivlinien legen meine Strategien offen und unterstützten die Tiefenwirkung im Bild.
Der Malerei gehen Fotografien, Graphiken und in der Natur erstellte Zeichnungen voraus, die ich digital und analog bearbeite, um sie für meine Landschaftskonstruktionen zu nutzen. Seit wenigen Monaten verwende ich zunehmend die kombinatorischen Möglichkeiten von Photoshop zur vorbereitenden Kombination und Präzisierung meiner weiterhin analogen Werke. Diese Entwicklung möchte ich weiterführen.
Die Arbeiten handeln vom Verhältnis zwischen Natur, ihrem Abbild und seinen multimedialen Transfermöglichkeiten. Damit nehme ich Stellung zu der zunehmenden Vereinnahmung der analogen Wirklichkeit durch das digitale Bild und zum landschaftlichen Wandel.
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