Texte

Text 1

Übersichten

     Heike Negenborn konzentriert ihr künstlerisches Schaffen auf Landschaftsdarstellungen und vermag dabei diesem Genre neue Aspekte jenseits der üblichen stilistischen Zuordnungen abzugewinnen.  Ihre Werke basieren auf einem genauen Beobachten und Analysieren von Gelände und Bewuchs, von räumlichen Strukturen und eindrucksvollen Wolkenformationen.  Einerseits wird das Wesentliche einer Landschaft im Zusammenhang erfasst, andererseits tritt zu dem Gesehenen und Erlebten die bewusste Komposition.
     Der Bildgestaltung liegt ein ausgefeiltes Raster zugrunde.  Es hilft nicht nur, zweidimensional die Proportionen der Landschaft auf die Bildfläche zu übertragen, sondern auch den Blick über eine weite Landschaft zum tiefen Horizont hin zu lenken. Perspektivische Konstruktionslinien kehren hier in die Landschaftsmalerei zurück und sind weit mehr als ein bloßes Hilfsmittel.  Durch sie klärt Heike Negenborn ihr eigenes Verständnis der jeweiligen Landschaftsstrukturen.  Darüber hinaus setzt sie das Liniennetz bewusst zur Bildgestaltung ein.  In Zeichnungen, die vor der Natur entstanden, in Radierungen, aber auch in Acrylgemälden zeigt sie offen ihre rationale Vorgehensweise, die Welt zu vermessen und zu erfassen.  Sichtbar belassene Rasterlinien und gesehene Landschaftsstrukturen (z. B. Lage und Ausdehnung der Weinberge, der Acker- und Wiesenflächen, der Hecken und Alleen und auch der Siedlungen) überlagern sich, werden so auch für den Betrachter deutlich und nachvollziehbar.  Doch kein Bild ist als fotorealistische Wiedergabe einer vorgefundenen Situation zu verstehen.  Heike Negenborn korrigiert durchaus die Natur im Sinne ihrer eigenen künstlerischen Absichten, ergänzt, versetzt oder „übersieht“ reale Landschaftselemente.  Zwar entsprechen die Farben den in der Natur möglichen, doch wählt die Malerin im Atelier ihre Palette nach bestimmten Regeln aus, die sie sich selbst und mit ihrem Lehrer Prof. Peter Lörincz erarbeitet hat.  Ihre Bilder wirken in jeder Hinsicht durchdacht und in sich stimmig.
     Beherrscht ein eher nüchterner, berechnender Blick die Behandlung des Irdischen, so bringt ein mal heiteres, mal dramatisches Wolken-, Licht- und Schattenschauspiel am Himmel besondere, gefühlsbetonte Stimmungen in Heike Negenborns Landschaften hinein.  Wolkenformationen und die Weiten des Himmels entziehen sich eigentlich einem kühlen perspektivischen Erfassen und Vermessen.  Ständig sind Wolken in Bewegung, verändern Gestalt und Färbung.  Heike Negenborn fotografiert die Schauspiele am Himmel, die sie ergreifen. So sind sie jederzeit im Atelier für die malerischen Kompositionen abrufbar, um sie mal mit dieser, mal mit jener Landschaft, mal mit Sonnenlicht, mal im Gewitterdunkel zu erproben.
     Etwas ältere Arbeiten zeigen Wolken- und Erdlandschaft in einem Gegenüber, das durch die Horizontlinie noch klar definiert erscheint.  Doch der Dialog beider Bildkomponenten wird immer intensiver und verlangt nach einem Durchdringen:  In Grafiken und in experimentellen Kompositionen der Acrylmalerei zeichnet Heike Negenborn die Strukturnetze über bzw. in die Wolkengebilde hinein, die Färbungen des Himmels und der Wolken bestimmen zugleich die Landschaft:  mit ungewohnten, überraschenden Ergebnissen, die die Aufmerksamkeit des Betrachters fesseln.
     In den neuen Arbeiten vermag Heike Negenborn auch dem Himmel unendliche Weite und Tiefe über den Landschaftsübersichten zu geben.  Meisterlich führt sie die Lichtregie und kann die mannigfaltigen Erscheinungen der Dualität von Himmel und Erde nuancenreich in Szene setzen.  Licht und Schatten auf Wiesen und Hügeln lesen sich mal offensichtlich, mal geheimnisumwittert-unwirklich als Antwort auf das Geschehen am Firmament, auf den klaren Himmel mit leichtem Wolkenflaum, auf den strahlend schönen Tag mit imponierenden leuchtenden und verschatteten Wolkenbergen, auf die Farbsymphonien eines Sonnenuntergangs, auf die Düsternis der Dämmerung oder vor einem Unwetter.  Und mit dem Licht fällt auch ein neuer, stimmungsvoller Zauber auf die in feiner Malweise ausgebreiteten Landschaften. Heike Negenborn hat dem altehrwürdigen Genre der Landschaftsmalerei ganz eigene, frische Facetten der Gestaltung hinzugefügt.  Im Spannungsfeld zwischen Naturwiedergabe und Inszenierung, changieren zwischen Wirklichkeit und Idealität eröffnen ihre „Übersichten“ neue Blicke auf eine faszinierende Welt.
Dr. Elisabeth Heil, Künstlerische Leiterin der Kunststation Kleinsassen anlässlich der Ausstellung:  Heike Negenborn ∙ Übersichten vom 20.03. – 29.05.2016 in der Kunststation Kleinsassen e.V. · An der Milseburg 2 ∙ 36145 Hofbieber-Kleinsassen

Text 2

[…] Um Sie, meine Damen und Herren, nicht länger auf die Folter zu spannen: Den Albert-Haueisen-Hauptpreis erhält in diesem Jahr Heike Negenborn. Sie wurde von der Jury einstimmig nominiert.
Was die Jury an ihren Arbeiten überzeugte, ist die Tatsache, dass die Künstlerin hier mit den Mitteln der Malerei beim Betrachter Gedanken und Gefühle auslöst, die in die Tiefe gehen. Ohne falsches Pathos erzeugt sie in ihren Bildern Monumentalität und Weite.
Sie bezieht sich dabei auf die Landschaften, ein Sujet, das sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in der Romantik, zu einer eigenständigen Gattung entwickelte und bis in unsere Zeit hinein als Spiegelbild der menschlichen Seele verstanden wird. Heike Negenborns Bilder nehmen diesen metaphorischen Geist nicht nur auf, sondern übersetzen ihn in die Empfindungen der heutigen Zeit, in der die Landschaft nicht mehr das Idyll Caspar David Friedrichs repräsentiert, das Heile, Unverletzte. Die Landschaft in den Bilder Negenborns ist die des 21 Jahrhunderts in der sich der Blick über die Wunden der geschundene Erde hinaus zu weiten scheint.
Heike Negenborns Bilder erscheinen nur auf den ersten Blick realistisch. Beim genaueren Hinsehen entdeckt man tiefere Bedeutungsschichten.
In den Bildern der Künstlerin zieht Blick über die gerasterte, kartographierte Bezügen Erde hinweg mit den Wolken.
Die optisch unbegrenzte Ebene über der sich ein wolkenreicher Himmel spannt, verschmilzt hier zu einer Impression unbegrenzter Weite. In dieser Weite hat nichts Bestand. Die rasch vorbeifliegenden Wolken lösen sich auf u8nd bringen neue Gebilde hervor. Die Künstlerin verlässt sich hier ganz auf die Suggestionskraft von Licht und Schatten.
Möglicherweise ist dieser Blick auf die Landschaft, an dem uns die Künstlerin durch ihre Werke teilhaben lässt, von ihren Reisen durch Nordamerika geprägt. Sie hat sich mehrere Jahre in den Staaten aufgehalten und am Washington College sowie in Austin studiert, bevor sie das Kunststudium an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität abschloss […]
Dr. Helmut Orpel anlässlich der ALBERT HAUEISEN-PREISVERLEIHUNG am 25.08.2013

Text 3

[…] „Heike Negenborn zum Beispiel setzt ihre „Landschaftsfragmente“, so der Bildtitel eines Werkes in der Ausstellung, als entgrenzte in einen tief verlegten und von einem dramatischen Wolkengeschiebe überspielten Horizont.  Strukturen werden offen gelegt, nicht Einzelheiten, welche den Eindruck wie bei einer zu stark gewählten Vergrößerung auf einem Computerbildschirm machen.  Dazu ist die gesamte Bildfläche aus der Kartographie bekannten Quadratur aus Breiten- und Längengraden überzogen, um ein Ortungssystem einzubinden.  Das sich in die Bildtiefe hineinziehende Relief wirkt so liniengraphisch überformt.  Die Farbigkeit des in brandiges Zwielicht infolge der Wolken naturhaft getauchten Lichtes schafft einen altmeisterlichen Ton, der an die niederländische Landschaftsmalerei, etwa die Flusslandschaften Jan von Goyens (1596 – 1656) erinnert.  Im Fragment und mit Hilfe der gegenwärtigen Computerbildkürzel wird eine Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart erzeugt.  Sie verbindet die Illusion der Landschaft mit der Gewohnheit einer virtuellen Betrachtung.  Dieses Landschaftsbild erweitert durch die Hineinnahme der Tradition und mit Ausmaß der wissenschaftlich- technischen Betrachtungsweise die Gattung Landschaftsmalerei. […]
Clemens Jöckle, Leiter der Städtischen Galerie Speyer
aus dem Beitrag „Augenscheinlich lebensvoll – zur Ausstellung 2010 der Pfälzischen Sezession“
im Katalog: „65 Jahre Pfälzische Sezession“, Speyer ∙
Kulturhof Flachgasse,
Hrsg. © 2010 PFÄLZISCHE SEZESSION, S.9
 

Text 4

Die Landschaftsbilder von Heike Negenborn basieren auf einer fundamental ausgereiften Malkultur.  Dazu gesellt sich die über viele Jahre erworbene Sensibilität der Wahrnehmung von Raum, Licht und Kolorit der Natur.  Die Künstlerin ist eine Meisterin ihres Faches.
Prof. Peter Lörincz
Akademie für Bildende Künste Mainz
Januar 2012

Text 5

Beschreibung des eigenen Arbeitsansatzes
Während meiner langjährigen Arbeit am Landschaftsbild in Malerei und Grafik habe ich mir durch die regelmäßige Durchführung zahlreicher externer Landschaftsprojekte in der Kulturlandschaft und ursprünglichen Natur nordwestlich von Montpellier, zwischen Mittelmeer und den südlichen Ausläufern der Cevennen, Methoden zur Darstellung des landschaftlichen Raumes erarbeitet. Die dort gegebene Landschaft mit ihren weitläufigen Ebenen, kultiviert durch Weinbau und Olivenplantagen, ihren monumentalen Gebirgszügen und ihrer durch das südliche Licht bedingten klaren Farbpräsenz entspricht mit ihrer ungeheuren strukturellen Vielfalt meiner besonderen Vision vom Landschaftsbild.  Mit ihr als Ausgangspunkt lässt sich meine künstlerische und konzeptionelle Arbeit, die auf dem Prinzip des verbindlichen Dialogs mit der Natur beruht, für eine weitere Vertiefung konsequent fortführen.  In meinen aktuellen Arbeiten thematisiere ich neben der Landschaftsdarstellung vor allem den Wolkenhimmel mit seinen formal-ästhetischen Umsetzungsmöglichkeiten im Bilde.
Meine künstlerische Arbeitsweise gliedert sich in zwei inhaltlich, räumlich und zeitlich voneinander getrennte Phasen, zum einen in die Phase des Naturstudiums im Languedoc und zum anderen in die Phase der Abstraktionsprozesse im Atelier im Rheinhessischen.
Von der gewissenhaften Recherche in der Natur verspreche ich mir sowohl das Erlangen weiterer authentischer Kenntnisse über Landschafts- und Himmelsraum, als auch umfassendes und originelles Bildmaterial in Form von gezeichneten und gemalten Landschaftsentwürfen und Wolkenfotografien, wie es nur durch den langzeitigen Bezug zur Sache möglich ist.  Das intensive Erleben in der Natur ermöglicht mir ein expressives Arbeiten bei gleichzeitiger Bezugsklarheit.  Pädagogisch gesehen stärkt das Naturstudium mein eigenes Darstellungs- und Ideenpotential in der Spannung zu einem konkreten Gegenüber.
Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Naturstudium werden in einer zweiten Phase im heimischen Atelier ausgewertet und vertieft.  Die vor der Natur erarbeiteten Landschaftsstreifen und Himmelsfotografien kombiniere ich nach formal-ästhetischen Kriterien anhand von Transfermethoden und Formalisierungen und setze sie in gültige Bildlösungen um.
Die konsequente Weiterentwicklung meines künstlerischen Konzepts wird in umfangreichen Werkreihen, die die Darstellungsmöglichkeiten kritisch überprüfen lassen, belegt.  Die Naturfarbigkeit und die Funktionen der Farbe ergänze ich durch die Anwendung alternativer Modelle für die farbige Organisation und baue sie zudem durch die Übersetzung in das Medium der Druckgrafik aus.  Exemplarische Modellfälle zur Naturrezeption aus der Kunst- und Kulturgeschichte begleiten den bildnerischen Prozess als wichtige Inspirationsquelle und festigen gleichzeitig mein konzeptionelles Denken.
Ziel meiner Arbeit ist die Innovation der Landschaftsdarstellung.
Heike Negenborn

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Der weite Blick

Sämtliche Bilder der Künstlerin sind direkt vor Ort entstanden.  Wir befinden uns im Languedoc am Rande der Cevennen und den Terrassen des Larzacs unweit der tausendjährigen Circulade St. Jean de Fos, einem alten Töpfer– und Künstlerdorf.
Seit mehr als zwanzig Jahren wählt die Künstlerin ideale Arbeitsplätze und optimale Ansichten der strukturellen und malerischen Qualitäten einer besonderen Landschaft für eine hoch anspruchsvolle Bildlichkeit aus.
Der weite Blick in die Landschaft schafft durch ihre Transparenz ein Gefühl von Größe und Erhabenheit.  Die Gliederung der Landschaft bedingt durch Wein- und Olivenanbau schafft in der Ferne jene engmaschige durchdringende Feldstruktur, die die Ästhetik der Bilder prägt.  Farben variieren durch unterschiedliche Vegetationen, Brachland und offene Flächen.  Das Licht des Südens differenziert hier immer wieder aufs Neue.
Alle diese Qualitäten würden durch eine einfache Replik der Rezeption zusammenschrumpfen.  Nichts vom Erhabenen bliebe übrig.  An diesem Punkt setzt die auf Langzeitstudien basierende konstruktive Arbeit der Künstlerin an.
Die Wiedergewinnung des großen Raumkontinuums wird durch ein speziell entwickeltes Tiefenraster ermöglicht.  Hierauf werden die individuellen Parzellenperspektiven genauestens festgestellt und eingetragen.  Die Tiefenverkürzung des weiten Blicks schiebt die Feldkanten zu einem immer dichter werdenden Netzwerk zusammen.  Diese Strukturqualität wird die ästhetische Identität des Bildes.
Farbe – vom Lokalton und von der Farbperspektive befreit – wird in ihre Bestandteile zerlegt, um die typisierende Akkordik zu finden.  Farbe als das unstete Element der Landschaft wechselt häufig seine Akkordik.  Das bedeutet, dass alternierende Farbklänge entwickelt werden müssen, die der Sache nicht widersprechen, aber dennoch der farbigen Vielfalt gerecht werden.
Das andere unstete Element einer Landschaft ist das Himmelsgeschehen.  Keine Wolke bleibt so stehen wie ein Baum.  Hierzu werden von der Künstlerin mit der Kamera Wolkenstills gesammelt, um sie später unter den Gesichtspunkten der malerischen Qualität, der Lichtwirkung und vor allem der Korrespondenzverhältnisse zum Landschaftsboden auszuwählen.
Der Dialog von oben nach unten und von unten nach oben kann eröffnet werden.  Dort, wo sich beide Welten treffen, werden Durchdringungen entwickelt – mal über die Farbe, mal durch eine Formdurchflutung.
Das umfassende Können der Künstlerin, ihr großes fachliches Wissen, ihr totaler Anspruch an Qualität finden im In- und Ausland eine immer größer werdende Akzeptanz.  Ich glaube, wir haben es bei ihren Werken mit einer Entwicklung des modernen Landschaftsbildes zu tun, dass sich in der Tradition der europäischen Landschaftsmalerei souverän behaupten kann.  Ich wünsche den Betrachtern ihrer Bilder einen ebenso weiten Blick.
Prof. Peter Lörincz
Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
11. 03. 2010

Text 7

Regards d’artistes peintres…
Peter Lörincz et Heike Negenborn partagent leur temps entre l’Allemagne natale et leur village adoptif, Saint-Jean-de-Fos !
Cet été ils travaillent en Allemagne jusqu’à fin août. À leur retour ils auront le plaisir de nous faire découvrir une exposition de dessins dans la « Galerie du Moustique » (impasse du moustique du centre historique) visant à décorer et donner une âme au hall d’accueil de la salle polyvalente.  Ce généreux projet à pour but de raffermir notre village, Circulade millénaire, comme village d’artistes et de potiers bien réels et bien ancrés depuis déjà plusieurs décennies dans la vallée de l’Hérault.
Vous découvrirez la maitrise de leur art et le regard tout à la fois poétique et rapproché qu’ils portent sur les choses de la vie. Le tout servi par un trait expressif, incisif et précis. Les observateurs petits et grands ne peuvent-être qu’admiratifs du savoir-faire de ces  artistes. Ce sera donc l’occasion de saluer chapeau bas dans notre village ces peintures et graphismes résolument modernes et profondément humains de notre époque.
Peter Lörincz est un ancien professeur de graphisme de l’université de Mayence en Allemagne et se positionne comme un grand maître de la gravure lyrique et  surréaliste. Il a exposé des œuvres  qui révélent  une maitrise parfaite des techniques de peinture à la gouache, de l’aquarelle, et du dessin dans de nombreux pays. Cest un peintre humain,  imaginatif, drôle, et lucide. Il nous invite à ouvrir notre regard à tous les possibles…
Heike Negenborn, son ancienne élève, peint (acryliques ou techniques mixtes sur bois ou sur toile) les impressionnantes formations de nuages qui planant au-dessus des paysages Langudociens.  Nous ne pouvons que l’encourager car cette talentueuse artiste peintre Jeanfossienne prépare actuellement une grande exposition qui se tiendra au mois d’ octobre à l’Institut français de Madrid. (plus d’infos sur http://www.heike-negenborn.de)

Text 8

Le ciel embrasse la terre

La peintre nous montre d’une manière fascinente, ce qui se passe dans le ciel.  Lunmières, couleurs et formes sont capturés par des études performantes.
Tout était une fois réel.
La terre, ça veut dire le paysage, est tracée par l’artiste avec des vastes recherches pour saisir les structures fascinantes, la morphologie et le rhythme des champs, des terrasses et des formations du sol dans leur individualisme.
Les deux domaines sont proportionnelles à leur dialectique et trouvent leur synthèse dans une qualité harmonisée.
Tout est aussi réel.
Dans l’image le nouveau ensemble est créé ainsi avec une contemplation spéciale sur la beauté de la nature.  On offre une vue au spectateur, qu’il ne pourriait pas apprendre sans ce travail intensif.  La nature reste réelle dans son apparence extraordinaire.
Prof. Peter Lörincz, St. Jean de Fos, le 16 septembre 2012

Der Himmel küsst die Erde

Die Malerin macht das Faszinosum des Himmelsgeschehens deutlich.  Aufgrund umfangreicher Studien werden Licht, Farbe und Form eingefangen.
Alles war einmal real.
Die Erde, d.h. die Landschaft wird in umfangreichen Recherchen von ihr durchzogen, um die faszinierenden Strukturen, die Morphologie, den Rhythmus von Feldern, Terrassen und Bodenformationen in ihrer Individualität zu ergreifen.
Beide Bereiche verhalten sich dialektisch und finden ihre Synthese in der abgestimmten Qualität.  Auch hier ist alles real.
Im Bild entsteht dann das neue Gemeinsame in einer besonderen Anschauung über die Schönheit der Natur.  Dem Betrachter wird ein Blick geschenkt, den er ohne diese intensive Arbeit nicht erfahren könnte.  Die Natur bleibt reale Natur in ihrer außergewöhnlichen Erscheinung.
Prof. Peter Lörincz, St. Jean de Fos, den 16.09.2012

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GLOBAL MATRIX III – AN INTERNATIONAL PRINT EXHIBITION, KATALOGAUSZUG, © 2012 Purdue University Galleries

Text 10

Rede von Michael Rausch zur Ausstellungseröffnung , Galerie Kirchner, 02.02.2014

Sehr geehrte Damen und Herren,
in der heutigen Ausstellung sehen Sie eine Auswahl der Ergebnisse von Heike Negenborns „Landschaftsrecherchen“ aus den letzten Jahren.
Der Begriff „Recherche“ ist in diesem Zusammenhang wörtlich zu nehmen, steht die bewusste Suche nach dem bildwerten landschaftlichen Raum am Anfang jeder Bildfindung.  Im südfranzösischen Languedoc hat Heike Negenborn schon vor längerer Zeit die für sie ideale Vorlage gefunden, in der Kulturlandschaft nordwestlich von Montpellier, zwischen Mittelmeer und den südlichen Ausläufern der Cevennen.  Die dort gesehenen weitläufigen Ebenen, kultiviert durch Weinbau und Olivenplantagen, die monumentalen Gebirgszüge und die durch das südliche Licht bedingte Farbpräsenz entsprechen mit ihrer strukturellen Vielfalt ihrer besonderen Vision eines Landschaftsbildes. Durch einige Reisen nach Nordspanien hat sie in jüngerer Zeit den Raum ihrer Recherche noch ausgeweitet.
Die Arbeit am Bild verläuft zweigeteilt. Einerseits das Naturstudium vor Ort, das Aufnehmen der Landschaft im direkten Dialog. Parallel dazu die Phase der Verdichtung und Abstraktion im heimischen Atelier, hier werden die draußen gesammelten Ergebnisse ausgewertet und vertieft und neue Bildlösungen erarbeitet. Jüngstes Beispiel sind die gerade erst in den letzten Wochen entstandenen Zeichnungen. Kombinierte Landschaftsstreifen und Überlagerungen verschiedener Ausschnitte sind zu neuen Kompositionen verdichtet.
Ein sehr wichtiges Element in den Bildern von Heike Negenborn ist das Geschehen über dem Horizont, der Himmel. Die sich ständig verändernden Wolkenformationen werden mit der Kamera festgehalten. Sie werden später im Atelier unter dem Gesichtspunkt der malerischen Nutzbarkeit, der Lichtwirkung und vor allem der Korrespondenz zum Landschaftsboden ausgewählt. Diese Auswahl eröffnet einen Dialog von unten nach oben, und umgekehrt, es werden Durchdringungen entwickelt, sei es durch Farbigkeit oder Überschneidung der Formen. Ein Netz aus Breiten- und Längengraden verbindet die Elemente.  Himmel und Erde ebenso, es wird von der Künstlerin ein geometrisches Ordnungssystem entwickelt, im Dienste einer größtmöglichen Tiefenwirkung.
Durch ihre Farbigkeit und Lichtregie, gerade bei den in ein warmes Zwielicht getauchten Abendlandschaften, knüpfen die Bilder Heike Negenborns an die Tradition der niederländischen Landschaftsmalerei an, durch Fragmentierung und Transparenz der Kompositionslinien wird eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart erzeugt. Diese Landschaftsbilder erweitern durch Hineinnahme der Tradition in ihrer wissenschaftlich- technischen Betrachtungsweise die Gattung Landschaftsmalerei.

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Galerie Kirchner: Heike Negenborn zeigt ab Sonntag, 2. Februar, Gemälde und Zeichnungen

Landschaftsbilder mit klarer Farbpräsenz

Grünsfeld. Mit der ersten Ausstellung in diesem Jahr präsentiert die Galerie Kirchner in Grünsfeld ab Sonntag, 2. Februar, neue Arbeiten der Malerin und Graphikerin Heike Negenborn aus Windesheim.
Wie man ihrer Vita entnehmen kann, studierte Heike Negenborn in den USA am Washington College und am Austin College, wo sie den Bachelor of Fine Arts erhielt. Zurück in Deutschland legte sie ihr Diplom für freie Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Mainz bei Professor Peter Lörincz ab, mit dem sie auch danach bis zu seinem Tod künstlerisch eng zusammenarbeitete.
Vielseitige Künstlerin
Heike Negenborn ist eine sehr vielseitig aktive Künstlerin. Neben ihrer regen Ausstellungstätigkeit lehrte sie Zeichnen und Malerei an der Fachhochschule und an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und sie erhielt, neben vielen weiteren Preisen, 1998-1999 den begehrten Stadtdrucker-Preis der Stadt Mainz.
Auch hier in der Gegend ist sie keine Unbekannte. In der Galerie Kirchner zeigte sie 2002 eine Auswahl ihrer Gemälde und Druckgrafiken und im Jahr 2011 nahm sie am Tauberbischofsheimer Kunstsymposium teil, bei dem die Stadt eine ihrer Arbeiten ankaufte. Diese Erfolge erzielte Heike Negenborn, man kann schon sagen trotz ihres Hauptthemas, der Landschaftsmalerei. Sich als Malerin in diesem klassischen Sujet zu bewegen und dann noch seinen Weg zu finden und sicher zu beschreiten, ist eine rare Ausnahme.
Während ihrer langjährigen Arbeit am Landschaftsbild in Malerei und Grafik hat sie sich durch die regelmäßige Durchführung zahlreicher externer Landschaftsprojekte in der Kulturlandschaft und ursprünglichen Natur nordwestlich von Montpellier, zwischen Mittelmeer und den südlichen Ausläufern der Cevennen, Methoden zur Darstellung des landschaftlichen Raumes erarbeitet.
Die dort gegebene Landschaft mit ihren weitläufigen Ebenen, kultiviert durch Weinbau und Olivenplantagen, ihren monumentalen Gebirgszügen und ihrer durch das südliche Licht bedingten klaren Farbpräsenz entspricht mit ihrer ungeheuren strukturellen Vielfalt ihrer besonderen Vision vom Landschaftsbild.
Mit ihr als Ausgangspunkt lässt sich ihre künstlerische und konzeptionelle Arbeit, die auf dem Prinzip des verbindlichen Dialogs mit der Natur beruht, für eine weitere Vertiefung konsequent fortführen. In ihren aktuellen Arbeiten thematisiert sie neben der Landschaftsdarstellung vor allem den Wolkenhimmel mit seinen formal-ästhetischen Umsetzungsmöglichkeiten im Bilde.
Ihre künstlerische Arbeitsweise gliedert sich in zwei inhaltlich, räumlich und zeitlich voneinander getrennte Phasen, zum einen in die Phase des Naturstudiums im Languedoc und zum anderen in die Phase der Abstraktionsprozesse in ihrem Atelier im Rheinhessischen. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Naturstudium werden in einer zweiten Phase im heimischen Atelier ausgewertet und vertieft. Die vor der Natur erarbeiteten Landschaftsstreifen und Himmelsfotografien kombiniert sie nach formal-ästhetischen Kriterien anhand von Transfermethoden und Formalisierungen und setzt sie in gültige Bildlösungen um.
Die Galeriebesucher erwartet eine Auswahl von Heike Negenborns großartiger Landschaftsmalerei und Landschaftszeichnungen. Die Farbklänge und Strukturen der Landschaften, sowie die Dramatik der Wolkenformationen erzeugen in den Bildern eine unglaubliche räumliche Tiefe. Die Bilder der Künstlerin werden zu „Fenstern“ in den Räumen der Galerie, durch die man südfranzösische Landschaften sehen kann.
Die Besucher der Ausstellung in der Galerie Kirchner dürfen sich eine Auszeit vom Februargrau gönnen und können sich von den Bildern Heike Negenborns faszinieren lassen.
Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 2. Februar, um 11 Uhr wird Michael Rausch die Galeriegäste in die Bildwelt der Künstlerin einführen.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 28.01.2014

 Text 12

„Heike Negenborn konzentriert ihr künstlerisches Schaffen auf Landschaftsdarstellungen. Sie basieren auf einem genauen Beobachten und Analysieren von Gelände und Bewuchs, von räumlichen Strukturen und eindrucksvollen Wolkenformationen. Einerseits wird das Wesentliche einer Landschaft im Zusammenhang erfasst, andererseits tritt zu dem Gesehenen und Erlebten die bewusste Komposition. Der Bildgestaltung liegt ein ausgefeiltes Tiefenraster zugrunde, das den Blick über eine weite Landschaft im tiefen Horizont bündelt. Erde und Himmel treten in einen mal heiteren, mal dramatischen Dialog, woran Lichtführung und Farbwahl entscheidend mitwirken. Im Spannungsfeld zwischen Naturwiedergabe und Inszenierung, changierend zwischen Wirklichkeit und Idealität eröffnen die „Übersichten“ neue Blicke auf eine faszinierende Welt.“
Dr. Elisabeth Heil, Kunsthistorikerin, 30.12.2015

Text 13

Mainzer Allgemeine Zeitung, Rheinhessen, 31.12.2015

Die mit den Wolken

img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MjQyOTQ2NTNfNTQ3MTJfTS5qcGcuMjg1NDQyMDQuanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MjQyOTQ2NTNfNTQ3MTJfTS5qcGcuMjgHeike Negenborn aus Windesheim beschäftigt sich mit dem Himmel und seinen vielen Nuancen aus Wolken und Licht. Foto: Negenborn
HEIKE NEGENBORN In Windesheim lebende Künstlerin schafft stimmungsvolle Gemälde
WINDESHEIM – Ihr „Farbenklavier“ nennt es Heike Negenborn: Jene Vielzahl von mit Schraubdeckeln verschließbaren und per Aufkleber exakt den passenden Gemälden zuzuordnenden, ursprünglich aus der Kosmetikbranche stammenden Döschen, in denen sie genau die Töne aufbewahrt, die sie für eine ganz spezielle Schattierung am Gewitterhimmel über dem Laurenziberg oder für die Färbung eines Hangs am Rheinsteig benötigt.
„Die Acrylfarben halten zwei bis drei Jahre“, erklärt die Künstlerin und fügt hinzu: „Jedes Bild hat sechs Grundtöne.“ Was sie mit diesen erschafft, verblüfft mit einer unglaublichen Varietät an Ausdruck und Stimmung.
„Zu meinen Vorbildern gehört Jacob van Ruisdael“, nennt Heike Negenborn den niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts, und genau wie jener zieht seine 1964 geborene Kollegin den Betrachter mit kraftvollen Motiven, verblüffender Lichtführung und dramatischen Akzenten in den Bann.
Nur dass die seit 20 Jahren in Windesheim lebende Künstlerin ein technisches Gerät zur Verfügung hat, an das vor 300 Jahren noch niemand dachte: „Meinen Fotoapparat habe ich immer dabei“, bestätigt Heike Negenborn, dass sie immer wieder unterwegs Halt macht und Motive, die ihre Aufmerksamkeit erregen, auf Chip bannt. Natürlich in Rheinhessen, aber auch in Frankreich, wo sie regelmäßig in der Nähe von Montpellier drei Monate im Jahr „auftankt“, oder in Spanien.
„Ich habe viele tausend Wolken-Fotos“, sagt die Künstlerin. Und die Himmelslandschaften sind auch das, was die Blicke magisch anzieht: Schon fast altmeisterlich türmen sich die weißen, grauen oder schwarzen Gebilde über Hügel, Felder und Dörfer, werden hier von gleißenden Strahlen durchbrochen, dort von abendlicher Sonne unterwärts rot beschienen. „Himmel macht Spaß“, benennt Heike Negenborn den Findungsprozess von dessen Verhältnis zum Land, „die Weite ist wichtig“. Ausstellungsbesucher sagten zuweilen, scherzhaft verkürzend: „Die mit den Wolken“. Doch erst seit 2004 beschäftigt sie sich mit dem Himmel, vor dem sie „wahnsinnig Respekt“ hat; zuvor hat sie sich ausschließlich der Landschaft gewidmet, „sie ganz nah gezoomt“.
Eines aber muss den Betrachtern klar sein: Dass der Abendhimmel über dem Wißberg wirklich genauso ausgesehen hat, ist nicht gesagt. Landschaften und Himmelsansichten schlüssig zueinanderzufügen – „das ist die künstlerische Freiheit“, sagt Heike Negenborn. Auch das Häuschen, das da eigentlich am Hang stand, taucht auf ihrem Bild dann nicht mehr auf.
Ganz und gar exakt wiederum geht sie, die schon als Kind lieber zeichnete als draußen zu spielen, die später Kunsterziehung und Englisch auf Lehramt studierte und seit 25 Jahren freie Künstlerin ist, die Technik an: Ein Kompositionsraster gliedert den Untergrund, der Ausschnitt wird festgelegt, Perspektivlinien gezogen. Aus den großen Schubladen kann Heike Negenborn unzählige Transparentbogen mit diversen Varianten eines Motivs hervorholen.
Und technisch exaktes Arbeiten, das vermittelt sie auch den Menschen, die bei ihr etwas lernen wollen: Kursteilnehmer der Rheinhessen-Akademie, Gäste ihrer allsommerlich stattfindenden Landschaftsmalwoche auf dem Kloster Jakobsberg oder den Studenten der Frankfurter Goethe-Universität, denen sie auf Exkursionen die Themen Perspektive und Farblehre nahebringt.
Und was fasziniert sie, die in Bad Neuenahr zur Welt kam, an ihrer jetzigen Heimatregion? „Rheinhessen ist mir ein Anliegen“, formuliert es Heike Negenborn, und: „Man guckt anders, genauer.“ Die zergliederte Kulturlandschaft sei „manchmal reizvoll“ und könne „in zehn Jahren anders aussehen“. Ihre künstlerisch professionelle Sichtweise und Ausführung jedenfalls hat dazu geführt, dass einige ihrer Gemälde unter anderem von Ministerien gekauft wurden und sich mittlerweile eine ansehnliche Reihe von Auszeichnungen angesammelt hat.
Ausstellung in Mainz
Ganz aktuell kann Heike Negenborn hier eine weitere anfügen – den Hans-Jürgen Imiela-Gedächtnispreis des Kunstvereins Eisenturm, den sie gemeinsam mit den beiden Künstlerkollegen Anna Grau und Marcus Günther Anfang November entgegennehmen konnte. Derzeit ist sie in der bis zum 2. Januar laufenden Ausstellung „Natur pur!“ in der Galerie Mainzer Kunst vertreten.
Von Beate Nietzel

 

Textes relatifs au travail artistique de Heike Negenborn en franςais als PDF:

Texts relatif au travail artistique de Heike Negenborn

Heike Negenborn à Puéchabon, Midi Libre 28-04-2012